Projekt August: Meine Übung zum kreativen Schreiben

Sooooo, nach längerer Funkstille melde ich mich mal wieder zurück. Leider kam ich in den letzten Wochen kaum zum spielen und hatte ebenso wenig Zeit mich an den Laptop zu setzen um etwas zu schreiben. Das soll sich im August etwas ändern. Denn wenn ich schon wieder Zeit habe etwas zu schreiben, dann soll es auch nicht nur bei einem oder zwei Artikeln bleiben. Immerhin mache ich das hier nicht nur zum Spaß, sondern auch zur persönlichen Übung es kreativen Schreibens. Lange habe ich überlegt über welche Themen ich schreiben möchte und welche Spiele mich genug bewegt haben um eine Kritik dazu zu verfassen. Letzteres konnte ich selbst entscheiden. Ersteres habe ich etwas dem Zufall überlassen. Inwiefern? Das ist mein Projekt August:

Ich habe mir für jeden Werktag im August mithilfe eines Random Word Generators 5 Wörter ausspucken lassen. Von diesen 5 habe ich für jeden Tag 3 Wörter gestrichen, die mir absolut nicht geholfen haben. Die zwei übrig gebliebenen Wörter sollten mir als Anreiz für ein Thema dienen, dass mit Videospielen zu tun hat. Das Ergebnis war die folgende Liste:

Datum Wort 1 Wort 2
01/08/17 cognitive murderer
02/08/17 social disturbance
03/08/17 adventure seducer
04/08/17 largest betray
05/08/17 Review
06/08/17 Indie-scher Ozean
07/08/17 accidental loser
08/08/17 joystick memory
09/08/17 agreeable luck
10/08/17 shameful checkpoint
11/08/17 assasination mustache
12/08/17 Review
13/08/17 Indie-scher Ozean
14/08/17 island anything
15/08/17 hobby grinder
16/08/17 confrontational beekeeper
17/08/17 creepy things
18/08/17 ignorant heroes
19/08/17 Review
20/08/17 Indie-scher Ozean
21/08/17 collection conquerer
22/08/17 cultish guild
23/08/17 addictive mushroom
24/08/17 equal wreckage
25/08/17 dinner conversation
26/08/17 Review
27/08/17 Indie-scher Ozean
28/08/17 featherweight gymnast
29/08/17 cunning wife
30/08/17 crime witness
31/08/17 heavy heart

Welche Themen ich zu den gewählten Wörtern bedacht habe, verrate ich noch nicht. Das Ergebnis war für mich aber eine bunte Mischung aus verschiedenen Arten von Texten. Manche sind etwas theoretischer und analytischer, manche etwas persönlicher. Es war jedenfalls eine nette Übung, die mir Spaß gemacht hat. Ich hoffe manche Artikel werden auch die handvoll Leser meines Blogs gefallen 😉

Die Wochenenden bleiben reserviert für ein Review Samstags und ein Indie-scher Ozean am Sonntag. Der Punkt ist jedenfalls: Im August sollte es jeden Tag eine neue Kleinigkeit geben!

Also danke für die Aufmerksamkeit und viel Spaß beim Lesen und Zocken!

Reviews zu Videospielen

Reviews oder schön eingedeutscht auch Spieletests waren für mich früher immer eine spannende Sache. Sie haben bestimmt welche Spiele gut sind und welche ich mir kaufen sollte. Regelmäßig ging mein Taschengeld drauf, um die neueste Gamepro oder Gamestar zu kaufen, denn wie sonst sollte ich als kleiner Matz ohne eigenen Internetzugang informiert bleiben?

Reviews und Tests haben objektiv, anhand einer Skala von 0-100 oder manchmal auch mit einem Schulnotensystem meiner Kaufentscheidung geholfen. Es war ganz klar welche Spiele gut waren (80+/100) und welche nicht. Heutzutage macht das Ganze allerdings wenig Sinn für mich. Ich lese keine Previews und keine Reviews mehr, ich höre nur noch auf Meinungen von Leuten, deren Argumente ich nachvollziehen kann oder deren Einschätzung ich ein gewisses Vertrauen schenke. Eine Wertung, wie es sie im Videospielejournalismus gibt ist wenig Wert wenn sie alleine da steht. Die Vielfalt an Geschmäckern und Genres, die es im Videospielmedium gibt macht es meiner Meinung nach unmöglich eine objektive Schlusswertung abzugeben. Eine Wertung von 85% für ein Spiel von einer Person ist ungleich derselben Wertung eines anderen. Letztlich sind die Argumente entscheidend, die eine Person nutzt um seine Einschätzung zu vertreten.

Genau darum, hat sich mein Verhalten wie ich mich über Videospiele informiere über die Jahre grundlegend geändert. Anstelle von Zeitschriften und Wertungen, folge ich heutzutage einzelnen Personen, dessen Argumentation ich auf persönlicher Ebene nachvollziehen kann. Dies führt dann dazu, dass diese Personen Spiele für mich empfehlen und ich ihnen blind Vertrauen kann, da ich ihren Geschmack bereits kenne.

Diese Form von persönlicher Kritik und Argumentation gibt es im Film schon lange. Filmkritiker tun das, was ihre Berufsbeschreibung schon verrät. Sie geben eine Kritik ab – eine persönliche Bewertung der Höhen und Tiefen des jeweiligen Werkes. In Spielen neigen wir jedoch oft in unserem Grundverständnis dazu, sie als ein reines Produkt zu sehen: Preis-/Leistung, Grafik, Sound und am Ende die Bewertung. Mit diesem Blog habe ich bereits einige Independent Projekte gezeigt, die kaum in dieses Schema passen. Dies möchte ich auch weiterhin tun. Allerdings möchte ich auch größere, kostenpflichtige Projekte anschauen und dafür ist ein Review oder eine Kritik besser geeignet als eine pure Empfehlung.

Denn auch ich bin Konsument und kaufe mir (zu?) viele Spiele, die ich innerlich bewerte. Im Nachhinein stelle ich mir oft die Frage: Kann ich dieses Spiel weiterempfehlen und warum?

Um diese Frage für mich etwas produktiver zu gestalten habe ich mich dazu entschlossen zukünftig alle Spiele, die ich mir kaufe und durchspiele auch schriftlich und in Videoform zu bewerten. Dabei wird am Ende allerdings keine Wertung stehen, sondern ich hoffe meinen Eindruck in Kurzform so festhalten zu können, dass es für andere Informativ genug ist um anschließend selbst Entscheiden zu können, ob das jeweilige Spiel die Zeit und das Geld Wert ist.

Die Philosophie der Gaming Eule

Als ich noch ein kleiner Junge war, war es mein Ziel alle Videospiele zu spielen, die es gibt. Jump n Runs, Beat em ups, Shoot em ups, Rollenspiel , Action, Adventure oder Action-Adventure? Ganz egal, Videospiel ist Videospiel. Heute bin ich 25 Jahre alt, habe im Verlauf meines Lebens so ziemlich jede Konsole besessen und meine Steam Bibliothek hat die 300er Marke seit geraumer Zeit durchbrochen. Doch mein Ziel alle Videospiele auf der Welt zu spielen ist schon lange nicht mehr realistisch. Damit meine ich nicht nur, dass das Älter werden und die damit verbundene Verantwortung mir die freie Zeit einschränkt. Nein, die scheinbar unendliche Masse von Videospielen, die es zu entdecken gibt ist in nur einer Lebenszeit nicht zu bewältigen. Obwohl mein naiver Kindheitstraum damit geplatzt ist, kann mein Videospielherz nicht zufriedener sein.

Ein guter Freund, der Musiker ist und sein Leben lang nichts mit Videospielen am Hut hatte, fragte mich einmal: „Wenn ich jetzt ein Spiel kaufen wollen würde. Welches ist das beste?“. Ich konnte ihm nur mit einer Gegenfrage antworten: „Was ist die beste Musik, die es gibt?“. Ich wollte damit nicht auf die alte Diskussion von „Sind Videospiele Kunst?“ eingehen. Ich wollte damit sagen, dass ein Videospiel nicht nur ein Produkt oder ein Spielzeug ist, sondern ein Medium. Ein Medium so wie Musik, Film oder Literatur. Videospiele sind für mich eine Plattform um Ideen oder eine Geschichte an ein Publikum zu transportieren. Natürlich kann man, wie auch in der Musik oder im Film, pur technisch über ein Videospiel argumentieren: „Funktioniert es? Wurde es gut produziert? Wie ist der Sound? Wie lange dauert es bis man das Ende gesehen hat?“ etc. Und das sind alles berechtigte Fragen, besonders wenn man für ein Videospiel bis zu 60 € (oder sogar teilweise noch mehr) ausgeben kann. Trotzdem steckt in einem Videospiel mehr als nur ein Preis-/Leistungsverhältnis.

Im Vergleich zu einem Film, einem Buch oder einem Song, fragt bei einem Videospiel selten jemand: „Wer hat das Spiel gemacht?“. Und damit meine ich nicht nur Ubisoft, EA, Rockstar oder Nintendo als Ganzes, welche in der Videospiel Welt das Pendant zu Pop-Musik wären (was ich absolut nicht abwertend meine). Selten recherchiert man welche Persönlichkeiten dahinter stecken und was ihre Vision für das betreffende Spiel war. Ich meine also einzelne Personen und deren Teams. Vereinzelt gibt es natürlich Videospiel VIPs wie Shigeru Miyamoto (Super Mario Serie), Hideo Kojima (Metal Gear Serie), Hidetaka Suehiro (aka SWERY65 – Deadly Premonition / D4: Dark Dreams Don’t Die) oder Goichi Suda (aka Suda51 – killer 7 / No More Heroes). Was ihre Videospiele besonders macht ist aber nicht nur die Qualität des Produkts, sondern ihre Vision welche aus ihren jeweiligen Spielen heraussticht. Ihnen gelingt es ihre Vision von Spielspaß oder Storytelling in dem Medium Videospiel zu verpacken. Und diese Vision ist einzigartig und abhängig von den Persönlichkeiten, die hinter ihrem Medium stehen. Ein Videospiel ist also nicht gleich ein Videospiel, so wie mein jüngeres Ich noch vermutet hatte.

Diese Unverwechselbarkeit innerhalb des Mediums Videospiel erlaubt es Entwicklern sich zu entfalten und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Dies gepaart mit den neuen Entwicklungen von Videospiel Engines (Stichwort: Unity) und ihrer weiten Verbreitung (Stichwort: Mobile-Gaming), sowie der gesellschaftlichen Akzeptanz von Videospielen als Hobby (Stichwort: Wii) macht die heutige Zeit zu der besten Zeit ein Videospieler zu sein. Noch nie waren Videospiele so divers wie heute und noch nie war es so einfach wie heute diese Videospiele ausprobieren zu dürfen.

Mit diesem Blog möchte ich euch also nicht erzählen, dass „A Link to the Past“ ein geniales Videospiel ist, das wisst ihr nämlich wahrscheinlich schon. Ich möchte eher auf die Suche gehen nach neuen Erfahrungen in dem Medium Videospiel und darüber schreiben. Ich möchte auch (Hobby-) Entwickler finden, die ihre Vision in einem Videospiel festgehalten haben und selbst diese Vision austesten. Ich möchte sehen wie sich Ideen von Menschen in dem Medium Videospiel entfalten.

Kurz: Ich möchte den breiten, unendlichen Ozean von Videospielen durchleuchten und mein Videospielherz sprechen lassen.

Die Gaming Eule