Reviews zu Videospielen

Reviews oder schön eingedeutscht auch Spieletests waren für mich früher immer eine spannende Sache. Sie haben bestimmt welche Spiele gut sind und welche ich mir kaufen sollte. Regelmäßig ging mein Taschengeld drauf, um die neueste Gamepro oder Gamestar zu kaufen, denn wie sonst sollte ich als kleiner Matz ohne eigenen Internetzugang informiert bleiben?

Reviews und Tests haben objektiv, anhand einer Skala von 0-100 oder manchmal auch mit einem Schulnotensystem meiner Kaufentscheidung geholfen. Es war ganz klar welche Spiele gut waren (80+/100) und welche nicht. Heutzutage macht das Ganze allerdings wenig Sinn für mich. Ich lese keine Previews und keine Reviews mehr, ich höre nur noch auf Meinungen von Leuten, deren Argumente ich nachvollziehen kann oder deren Einschätzung ich ein gewisses Vertrauen schenke. Eine Wertung, wie es sie im Videospielejournalismus gibt ist wenig Wert wenn sie alleine da steht. Die Vielfalt an Geschmäckern und Genres, die es im Videospielmedium gibt macht es meiner Meinung nach unmöglich eine objektive Schlusswertung abzugeben. Eine Wertung von 85% für ein Spiel von einer Person ist ungleich derselben Wertung eines anderen. Letztlich sind die Argumente entscheidend, die eine Person nutzt um seine Einschätzung zu vertreten.

Genau darum, hat sich mein Verhalten wie ich mich über Videospiele informiere über die Jahre grundlegend geändert. Anstelle von Zeitschriften und Wertungen, folge ich heutzutage einzelnen Personen, dessen Argumentation ich auf persönlicher Ebene nachvollziehen kann. Dies führt dann dazu, dass diese Personen Spiele für mich empfehlen und ich ihnen blind Vertrauen kann, da ich ihren Geschmack bereits kenne.

Diese Form von persönlicher Kritik und Argumentation gibt es im Film schon lange. Filmkritiker tun das, was ihre Berufsbeschreibung schon verrät. Sie geben eine Kritik ab – eine persönliche Bewertung der Höhen und Tiefen des jeweiligen Werkes. In Spielen neigen wir jedoch oft in unserem Grundverständnis dazu, sie als ein reines Produkt zu sehen: Preis-/Leistung, Grafik, Sound und am Ende die Bewertung. Mit diesem Blog habe ich bereits einige Independent Projekte gezeigt, die kaum in dieses Schema passen. Dies möchte ich auch weiterhin tun. Allerdings möchte ich auch größere, kostenpflichtige Projekte anschauen und dafür ist ein Review oder eine Kritik besser geeignet als eine pure Empfehlung.

Denn auch ich bin Konsument und kaufe mir (zu?) viele Spiele, die ich innerlich bewerte. Im Nachhinein stelle ich mir oft die Frage: Kann ich dieses Spiel weiterempfehlen und warum?

Um diese Frage für mich etwas produktiver zu gestalten habe ich mich dazu entschlossen zukünftig alle Spiele, die ich mir kaufe und durchspiele auch schriftlich und in Videoform zu bewerten. Dabei wird am Ende allerdings keine Wertung stehen, sondern ich hoffe meinen Eindruck in Kurzform so festhalten zu können, dass es für andere Informativ genug ist um anschließend selbst Entscheiden zu können, ob das jeweilige Spiel die Zeit und das Geld Wert ist.